Rechnen Sie mit mindestens 4 bis 6 Monaten Vorlauf. Bei Ländern mit aufwendigem Visumverfahren oder beruflicher Entsendung kann mehr Zeit nötig sein.
Auswandern: Die wichtigsten Schritte im Überblick

Auswandern ist mehr als nur die Entscheidung, ins Ausland zu ziehen. Zwischen dem Beschluss und der tatsächlichen Ausreise liegen Behördengänge, Versicherungsfragen und organisatorische Aufgaben, die sich nicht von heute auf morgen erledigen lassen. Wer die wichtigsten Schritte kennt und rechtzeitig plant, vermeidet böse Überraschungen im neuen Land.
Dieser Artikel beantwortet: Welche Schritte sind beim Auswandern wirklich wichtig, in welcher Reihenfolge gehen Sie vor, und wie sichern Sie sich rechtlich, finanziell und gesundheitlich ab?
Inhaltsverzeichnis:
1. Wie planen Sie Ihre Auswanderung zeitlich richtig?
2. Welche Behördengänge sind vor der Ausreise notwendig?
3. Wie klären Sie Ihre Krankenversicherung im Ausland?
4. Wie sichern Sie sich die Rückkehr in Ihre deutsche Krankenversicherung?
5. Was passiert mit Wohnung, Verträgen und Finanzen?
6. Tipps & häufige Fehler beim Auswandern
7. Passende Absicherung für Ihre Auswanderung
Wie planen Sie Ihre Auswanderung zeitlich richtig?

Eine gute Auswanderungsplanung beginnt idealerweise 4 bis 6 Monate vor der geplanten Ausreise und läuft in drei Phasen ab: Grundlagenphase (6 Monate vorher), Organisationsphase (3 Monate vorher) und Abschlussphase (letzter Monat). So bleibt genug Zeit für Bearbeitungsfristen bei Behörden und Versicherungen.
- 6 Monate vorher: Visum- und Aufenthaltsfragen für das Zielland klären, Jobsuche oder Arbeitsvertrag im Ausland absichern, erste Informationen zur Krankenversicherung einholen.
- 3 Monate vorher: Wohnung im Zielland suchen, Mietvertrag in Deutschland kündigen, Auslandskrankenversicherung abschließen, Umzugsunternehmen oder Transport organisieren.
- Letzter Monat: Ummeldung bei den deutschen Behörden, Verträge kündigen oder anpassen, Bankangelegenheiten regeln, Unterlagen und Dokumente zusammenstellen.
Diese Reihenfolge ist ein Rahmen, keine starre Vorgabe. Bei einer beruflich veranlassten Entsendung mit festem Starttermin verschieben sich einzelne Schritte, das Grundgerüst bleibt aber gleich.
Welche Behördengänge sind vor der Ausreise notwendig?
Vor der Ausreise müssen Sie sich beim Einwohnermeldeamt abmelden und mehrere weitere Stellen über Ihren Wegzug informieren, darunter Finanzamt, Krankenkasse, Kindergeldkasse und gegebenenfalls die Arbeitsagentur oder das BAföG-Amt. Die Abmeldebestätigung sollten Sie sorgfältig aufbewahren, da sie im Ausland häufig für weitere Anträge benötigt wird. |
Einwohnermeldeamt
Die Abmeldung beim Einwohnermeldeamt erfolgt in der Regel etwa eine Woche vor dem tatsächlichen Umzug und ist gesetzlich vorgeschrieben. Ohne sie bleiben Sie formal in Deutschland gemeldet, was steuerliche und versicherungsrechtliche Folgen haben kann.
Finanzamt
Beim Finanzamt klären Sie, ob und wie lange Sie in Deutschland weiterhin steuerpflichtig bleiben. Das hängt unter anderem davon ab, ob Sie Ihren Wohnsitz vollständig aufgeben oder Einkünfte aus Deutschland behalten. Bei Unsicherheiten lohnt sich hier der Rat eines Steuerberaters.
Wie klären Sie Ihre Krankenversicherung im Ausland?
Die Krankenversicherung sollten Sie vor der Ausreise klären, da der Schutz aus der deutschen gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung im Ausland meist eingeschränkt oder gar nicht greift. Für längere Auslandsaufenthalte ist in der Regel eine eigenständige Auslandskrankenversicherung oder die Anmeldung im lokalen System des Ziellandes notwendig.
Innerhalb der EU besteht über die Europäische Krankenversicherungskarte teilweise Schutz, dieser deckt aber meist nur akute medizinische Notfälle ab und ersetzt keine dauerhafte Absicherung. Außerhalb der EU entfällt dieser Schutz in der Regel vollständig.
Wer seinen Wohnsitz dauerhaft ins Ausland verlegt, muss meist aus der deutschen gesetzlichen Krankenversicherung austreten und sich neu absichern – entweder über das Sozialsystem des Ziellandes, eine dortige private Versicherung oder eine internationale Langzeit-Krankenversicherung, die speziell auf Auswanderer zugeschnitten ist.

Wie sichern Sie sich die Rückkehr in Ihre deutsche Krankenversicherung?
Wenn Sie eine Rückkehr nach Deutschland planen oder offenhalten möchten, sichert Ihnen eine Anwartschaftsversicherung das Recht, ohne erneute Gesundheitsprüfung und ohne Wartezeit wieder in Ihre bisherige gesetzliche oder private Krankenversicherung aufgenommen zu werden. Sie ersetzt aber keinen Krankenversicherungsschutz im Ausland – dafür benötigen Sie zusätzlich eine eigenständige Auslandskrankenversicherung. |
Bei der GKV sichert die Anwartschaft Ihre Mitgliedschaft bei der bisherigen Krankenkasse ab, sodass Sie bei Rückkehr ohne Unterbrechung wieder aufgenommen werden. Beantragt wird sie vor der Ausreise direkt bei der Krankenkasse; sie beginnt mit dem Tag nach der Abreise und endet einen Tag vor der Rückkehr.
Bei der PKV unterscheidet man kleine und große Anwartschaft. Die kleine friert nur den aktuellen Gesundheitszustand ein, Altersrückstellungen gehen verloren. Die große sichert zusätzlich das ursprüngliche Eintrittsalter und die angesparten Altersrückstellungen – das hält den Beitrag nach der Rückkehr niedriger, kostet während der Anwartschaftszeit aber mehr.
Besonders wichtig ist die Anwartschaft bei Vorerkrankungen, höherem Alter oder privater Krankenversicherung:
Ohne sie müssen Sie sich bei der PKV nach der Rückkehr mit dem dann aktuellen Gesundheitszustand neu versichern – das kann zu höheren Beiträgen, Risikozuschlägen oder Ablehnung führen. In der GKV ist die Wiederaufnahme grundsätzlich möglich, eine Anwartschaft vermeidet aber Lücken bei der Mitgliedschaft
Was passiert mit Wohnung, Verträgen und Finanzen?
Mietvertrag, laufende Verträge und Bankverbindungen sollten Sie rechtzeitig vor der Ausreise ordnen: Sie können die Wohnung kündigen oder vermieten, Verträge für Strom, Internet und Versicherungen kündigen oder anpassen, und klären, wie Sie im Ausland auf Ihr Geld zugreifen.
Bei Eigentum in Deutschland stellt sich zusätzlich die Frage nach Verkauf oder Vermietung. Ein Verkauf setzt Kapital für den Neustart im Ausland frei, eine Vermietung sichert dagegen laufende Einnahmen, bringt aber Verwaltungsaufwand aus der Distanz mit sich.
Bei den Bankverbindungen prüfen viele Auswanderer, ob ihr deutsches Konto aus dem Ausland weiter nutzbar bleibt und ob zusätzlich ein Konto im Zielland sinnvoll ist. Gerade für laufende Kosten vor Ort ist ein lokales Konto meist praktischer als internationale Überweisungen.

Denken Sie rechtzeitig an Ihren Versicherungsschutz
Normale Reiseversicherungen sind für Langzeitaufenthalte im Ausland nicht ausreichend, da sie nur begrenzte Leistungen und kurze Deckungszeiträume bieten. Mit einer Expat-Versicherung genießen Sie umfassenden Schutz und maßgeschneiderte Leistungen. Hier sind die Vorteile auf einen Blick:
- Langfristige Deckung: Speziell für Langzeitaufenthalte konzipiert
- Notfallunterstützung: Soforthilfe im medizinischen Notfall
- Medizinische Beratung: Auch von zu Hause aus verfügbar
- Flexible Tarife: Angepasst an Ihre individuellen Bedürfnisse
Profitieren Sie von einem sorgenfreien Leben im Ausland.
Tipps und häufige Fehler beim Auswandern
Diese Fehler passieren am häufigsten:
- Zeitbedarf für Visum- und Behördenverfahren unterschätzt: Planen Sie bewusst Puffer ein, gerade bei Ländern außerhalb der EU.
- Krankenversicherung erst kurz vor der Abreise geklärt: Manche Tarife setzen eine Mindestvorlaufzeit voraus oder schließen bestimmte Länder erst nach Antragsprüfung ein.
- Steuerliche Fragen zu spät angegangen: Klären Sie frühzeitig, ob Sie in Deutschland noch steuerpflichtig bleiben, um Nachzahlungen oder Doppelbesteuerung zu vermeiden.
- Anwartschaftsversicherung vergessen: Ohne sie müssen Sie sich – besonders in der PKV – bei Rückkehr oft mit aktuellem Gesundheitszustand neu versichern. Das kann teurer werden oder zur Ablehnung führen.
Unsere Empfehlungen für eine gute Vorbereitung:
- Beginnen Sie mit Visum- und Behördenfragen mindestens 4 bis 6 Monate vor dem geplanten Umzug.
- Klären Sie Ihre Krankenversicherungssituation frühzeitig mit einem freien Versicherungsmakler.
- Prüfen Sie vor der Ausreise bei Ihrer Krankenkasse oder Ihrem PKV-Versicherer, ob eine Anwartschaftsversicherung für Sie sinnvoll ist – vor allem bei geplanter Rückkehr.
- Prüfen Sie Ihre Steuerpflicht rechtzeitig beim Finanzamt oder mit einem Steuerberater.
- Regeln Sie Wohnung, Verträge und Bankangelegenheiten spätestens im letzten Monat vor der Ausreise.
Passende Absicherung für Ihre Auswanderung
Für den Übergang ins neue Leben im Ausland ist eine passende Krankenversicherung die wichtigste Absicherung. Je nach Zielland und geplanter Aufenthaltsdauer kommen unterschiedliche Lösungen infrage, von der Anmeldung im lokalen System bis zur privaten Langzeit-Auslandskrankenversicherung. Als freier Versicherungsmakler unterstützt Bernhard Reiseversicherung Sie dabei, die passende Langzeitlösung zu finden.
Transparenzhinweis: Empfehlung von Bernhard Reiseversicherung – freier Versicherungsmakler. Keine individuelle Beratung; Eignung abhängig von persönlichen Umständen.
Fazit: Gut vorbereitet auswandern

Auswandern lässt sich gut planen, wenn Sie frühzeitig beginnen und die zentralen Bausteine – Behördengänge, Krankenversicherung, Wohnung und Finanzen – systematisch abarbeiten. Mit einem klaren Zeitplan vermeiden Sie Stress kurz vor der Ausreise und starten gut abgesichert ins neue Leben.
Sie planen Ihre Auswanderung und möchten Ihre Krankenversicherung im Ausland klären? Lassen Sie sich zu passenden Langzeitlösungen beraten.
→ Jetzt Langzeitberatung anfragen: bernhard-reise.com/expats
Häufige Fragen zum Auswandern (FAQ)
Ja, die Abmeldung ist bei dauerhaftem Wegzug aus Deutschland gesetzlich vorgeschrieben und erfolgt meist kurz vor der Ausreise.
Bei einem dauerhaften Wegzug scheiden Sie in der Regel aus der deutschen gesetzlichen Krankenversicherung aus und benötigen eine neue Absicherung im Zielland oder eine internationale Krankenversicherung.
Das hängt von Wohnsitz und Einkünften ab. Wer seinen Wohnsitz vollständig aufgibt, ist meist nicht mehr unbeschränkt steuerpflichtig, sollte dies aber mit dem Finanzamt oder einem Steuerberater klären.
Innerhalb der EU nicht, außerhalb der EU in den meisten Fällen ja. Die genauen Anforderungen unterscheiden sich stark je nach Zielland und Aufenthaltszweck.
Eine Anwartschaftsversicherung sichert Ihnen das Recht, nach einer Rückkehr nach Deutschland ohne erneute Gesundheitsprüfung und ohne Wartezeit wieder in Ihre bisherige gesetzliche oder private Krankenversicherung aufgenommen zu werden. Sinnvoll ist sie vor allem, wenn Sie eine Rückkehr planen oder offenhalten möchten – sie ersetzt aber keine Auslandskrankenversicherung.

Denken Sie rechtzeitig an Ihren Versicherungsschutz
Normale Reiseversicherungen sind für Langzeitaufenthalte im Ausland nicht ausreichend, da sie nur begrenzte Leistungen und kurze Deckungszeiträume bieten. Mit einer Expat-Versicherung genießen Sie umfassenden Schutz und maßgeschneiderte Leistungen. Hier sind die Vorteile auf einen Blick:
- Langfristige Deckung: Speziell für Langzeitaufenthalte konzipiert
- Notfallunterstützung: Soforthilfe im medizinischen Notfall
- Medizinische Beratung: Auch von zu Hause aus verfügbar
- Flexible Tarife: Angepasst an Ihre individuellen Bedürfnisse
Profitieren Sie von einem sorgenfreien Leben im Ausland.

Head of Marketing · Bernhard Reise · seit 2017
Seit 2020 bin ich als digitaler Nomade unterwegs – und habe am eigenen Leib erfahren, dass selbst der beste Plan irgendwann mit der Realität kollidiert. Als Head of Marketing bei einem spezialisierten Reiseversicherungsmakler weiß ich: Die meisten Reisenden planen alles bis ins Detail – nur nicht den Ernstfall. Deshalb sollen sich meine Texte nicht nur auf klassische Reisetipps beschränken, sondern auch zeigen, wie man sich unterwegs sinnvoll absichert und Risiken richtig einschätzt.



