Au Pair werden: Ablauf, Voraussetzungen und Absicherung im Überblick

Au Pair spielt im Garten mit zwei Kindern der Gastfamilie

Das Wichtigste in Kürze

✓ Um Au Pair zu werden, verlangen die meisten Länder ein Mindestalter von 18 Jahren; die Obergrenze liegt je nach Land bei etwa 26 bis 30 Jahren.

✓ Üblich sind Erfahrung in der Kinderbetreuung, Grundkenntnisse der Landessprache oder Englisch, meist ein Führerschein und ein Führungszeugnis.

✓ Der Ablauf: Profil erstellen, mit Gastfamilien sprechen, schriftlichen Vertrag schließen, Visum klären, Anreise planen.

✓ Arbeitszeit und Taschengeld unterscheiden sich stark: In den USA sind bis zu 45 Wochenstunden erlaubt, in Europa meist deutlich weniger.

✓ Kindergeld kann weiterlaufen, wenn ein regelmäßiger Sprachkurs mit durchschnittlich mindestens zehn Wochenstunden besucht wird.

✓ Wer Au Pair werden will, braucht eine Auslandskrankenversicherung; wer sie bezahlt, sollte vorab mit der Gastfamilie oder Agentur schriftlich geklärt werden.

 


Au Pair werden bedeutet, für eine begrenzte Zeit bei einer Gastfamilie im Ausland zu leben, Kinder zu betreuen und im Gegenzug Unterkunft, Verpflegung und Taschengeld zu erhalten. Wie das Programm abläuft und was Sie mitbringen müssen, hängt stark vom Zielland ab. Dieser Artikel führt Sie durch Voraussetzungen, Bewerbung, Visum und Absicherung.

Dieser Artikel beantwortet: Welche Voraussetzungen Sie erfüllen müssen, um Au Pair zu werden, wie der Ablauf von der Bewerbung bis zur Abreise aussieht, welche Arbeitszeiten und welches Taschengeld üblich sind, ob Sie eine Agentur brauchen, was beim Kindergeld gilt und welche Versicherungen sinnvoll sind.



Welche Voraussetzungen müssen Sie erfüllen, um Au Pair zu werden?

Um Au Pair zu werden, müssen Sie in der Regel mindestens 18 Jahre alt sein, Erfahrung in der Kinderbetreuung nachweisen und die Landessprache oder Englisch in Grundzügen sprechen. Hinzu kommen meist ein Führerschein, ein Führungszeugnis und ein ärztliches Attest. Die genauen Anforderungen legt das Zielland fest.

Zum Alter:

Das Europäische Abkommen über die Au-pair-Beschäftigung nennt einen Rahmen von 17 bis 30 Jahren. In der Praxis ist es enger. Für die USA gelten laut Anbietern 18 bis 26 Jahre, für Frankreich werden bis zu 30 Jahre genannt, und Deutschland als Gastland erlaubt Au Pairs zwischen 18 und 27 Jahren.

Zur Betreuungserfahrung:

Gastfamilien erwarten praktische Erfahrung, etwa durch Babysitten, Nachhilfe oder Vereinstraining. Für die USA verlangen Agenturen häufig Nachweise über mehrere hundert Stunden. Bei Kindern unter zwei Jahren gelten dort strengere Anforderungen.

Zu Sprache und Papieren:

Perfekte Sprachkenntnisse sind nicht nötig, Grundkenntnisse aber schon. Planen Sie außerdem ein Führungszeugnis, ein ärztliches Attest und einen Reisepass ein, der über das Aufenthaltsende hinaus gültig ist. Das Europäische Abkommen sieht ein Attest vor, das nicht älter als drei Monate ist.


Wie läuft es ab, wenn Sie Au Pair werden: von der Bewerbung bis zur Abreise?

Kurzantwort: Wer Au Pair werden will, durchläuft vier Schritte: Profil erstellen, Gastfamilie finden und per Videogespräch kennenlernen, einen schriftlichen Vertrag schließen und anschließend Visum, Versicherung und Anreise organisieren. Für die gesamte Vorbereitung sollten Sie mehrere Monate einplanen.


Schritt für Schritt:

Im ersten Schritt erstellen Sie ein Profil mit Foto, Angaben zu Ihrer Erfahrung und meist einem kurzen Vorstellungsvideo. Danach folgen Gespräche mit Familien. Fragen Sie nach Tagesablauf, Alter der Kinder, Aufgaben, Freizeit und Sprachkurs.

Erst wenn beide Seiten zustimmen, wird der Vertrag geschlossen. Das Europäische Abkommen sieht einen schriftlichen Vertrag vor, möglichst vor der Abreise. Er sollte Arbeitszeiten, Taschengeld, freie Tage, Urlaub und die Kündigungsfristen enthalten.

Erst danach lohnt es sich, den Flug zu buchen. Klären Sie vorher, ob für Ihr Zielland ein Visum nötig ist. Innerhalb der EU brauchen deutsche Staatsangehörige in der Regel kein Visum, für die USA ist dagegen ein J-1-Visum über einen zugelassenen Sponsor erforderlich.


Brauchen Sie eine Agentur, wenn Sie Au Pair werden möchten?

Kurzantwort: Das hängt vom Zielland ab. Wer Au Pair werden möchte, braucht für die USA eine zugelassene Agentur; sie ist dort verpflichtend. In Europa können Sie Familien auch über Online-Portale selbst finden, tragen dann aber mehr Verantwortung für Prüfung, Vertrag und Absicherung.

Eine Agentur prüft die Familie und ist bei Problemen Ansprechpartner, verlangt dafür aber Gebühren. Bei einer Eigenvermittlung über ein Portal sparen Sie diese Kosten, sollten aber Referenzen einholen und einen Notfallplan haben, falls es in der Familie nicht passt.


Wie viel arbeiten Au Pairs und wie hoch ist das Taschengeld?

Kurzantwort: Das ist von Land zu Land verschieden. In den USA sind bis zu 45 Stunden pro Woche erlaubt, in Deutschland höchstens 30 Stunden, in Irland ebenfalls bis zu 30 Stunden. Unterkunft und Verpflegung stellt die Gastfamilie, dazu kommt ein Taschengeld, dessen Höhe sich nach Land und Vertrag richtet.

USA: 
Laut AuPairWorld gilt ein Mindest-Taschengeld von 195,75 US-Dollar pro Woche, bei bis zu 10 Stunden pro Tag und 45 Stunden pro Woche. Hinzu kommen ein Bildungszuschuss von 500 US-Dollar und zwei Wochen Urlaub pro Jahr. Prüfen Sie die aktuellen Beträge vor Vertragsabschluss bei der Agentur.

Deutschland (als Gastland):
Nach dem Familienportal des Bundes arbeiten Au Pairs höchstens 6 Stunden täglich und 30 Stunden pro Woche. Das Taschengeld beträgt 280 Euro monatlich, hinzu kommen ein freier Tag pro Woche und bei zwölf Monaten vier Wochen Urlaub.

Irland:
Dort sind bis zu 30 Wochenstunden vorgesehen. Das Taschengeld orientiert sich am Mindestlohn, wobei Kosten für Unterkunft und Verpflegung nach AuPairWorld abgezogen werden können.


Bleibt das Kindergeld erhalten, wenn Sie Au Pair werden?

Kurzantwort: Kindergeld kann während eines Au-pair-Aufenthalts im Ausland weitergezahlt werden, wenn der Aufenthalt als Berufsausbildung gilt. Das setzt einen fortlaufenden, systematischen Sprachunterricht von durchschnittlich mindestens zehn Wochenstunden voraus. Zudem darf das Kind in der Regel das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben.

Nach den Angaben des Vereinigten Lohnsteuerhilfevereins ist ein Nachweis der Sprachschule sinnvoll; eine Bestätigung der Gastfamilie reicht nicht. Bei sechs bis zehn Wochenstunden entscheidet der Einzelfall. Fragen Sie im Zweifel vorab bei der Familienkasse nach, bevor Sie den Aufenthalt buchen.


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Welche Versicherung braucht ein Au Pair im Ausland?

Kurzantwort: Wer Au Pair werden will, braucht mindestens eine Auslandskrankenversicherung, denn die gesetzliche Krankenversicherung zahlt im Ausland nur eingeschränkt und übernimmt keinen Krankenrücktransport. Eine Haftpflicht- und eine Unfallabsicherung sind je nach Land und Vertrag sinnvoll oder vorgeschrieben.

Wer die Versicherung bezahlt, ist nicht einheitlich geregelt. Beim Au-pair-Einsatz in Deutschland trägt die Gastfamilie die Kosten für Kranken- und Unfallversicherung. Nach dem Europäischen Abkommen schließt die Gastfamilie eine private Absicherung ab, wenn das Gastland keine Leistungen über die Sozialversicherung bietet. Für Irland nennt AuPairWorld eine umfassende private Au-pair-Versicherung für alle Au Pairs. In den USA ist ein Basisschutz häufig Teil des Agenturpakets; welche Leistungen er umfasst, sollten Sie sich vorlegen lassen.

Klären Sie schriftlich: Wer schließt ab, gilt der Schutz auch bei einem Familienwechsel, und sind Vorerkrankungen sowie ein Rücktransport enthalten?

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Tipps & häufige Fehler beim Au-Pair-Aufenthalt

Diese Fehler passieren am häufigsten

  • Als Au Pair ohne schriftlichen Vertrag anreisen und Arbeitszeiten, Taschengeld und freie Tage nur mündlich vereinbaren.
  • Annehmen, dass die gesetzliche Krankenversicherung im Ausland ausreicht.
  • Den Sprachkurs nicht vertraglich festlegen und dadurch den Kindergeldanspruch gefährden.
  • Die Familie nur nach dem ersten Eindruck wählen, ohne Referenzen oder ein zweites Gespräch.
  • Visum, Führungszeugnis und ärztliches Attest zu spät beantragen.

Unsere Empfehlungen für Gruppenorganisatoren

  • Bevor Sie Au Pair werden, sollten Sie in den Videogesprächen Konflikte ansprechen: Was passiert, wenn es nicht passt, und wie läuft ein Familienwechsel?
  • Halten Sie Taschengeld, Arbeitszeiten, Urlaub und Kündigungsfristen im Vertrag fest.
  • Fragen Sie vor der Abreise, wer die Versicherung zahlt und was sie leistet; lassen Sie sich die Bedingungen aushändigen.
  • Klären Sie bei der Familienkasse, ob und wie lange Kindergeld weiterläuft.

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Für die meisten Au-pair-Aufenthalte bildet eine Auslandskrankenversicherung die Basis. Je nach Zielland und Vertrag kommen eine Haftpflicht- und eine Unfallabsicherung hinzu, etwa wenn Sie das Familienauto fahren dürfen. Als freier Versicherungsmakler vergleicht Bernhard Reiseversicherung passende Tarife nach Zielland, Aufenthaltsdauer und Alter. Achten Sie auf Rücktransport und Vorerkrankungen.

Transparenzhinweis: Empfehlung von Bernhard Reiseversicherung – freier Versicherungsmakler. Keine individuelle Beratung; Eignung abhängig von persönlichen Umständen.


Fazit: Gut vorbereitet Au Pair werden

Wer Au Pair werden möchte, sollte Land, Vertrag und Absicherung gemeinsam betrachten. Alter, Erfahrung und Sprachkenntnisse entscheiden über die Auswahl, Arbeitszeit und Taschengeld über den Alltag, der Versicherungsschutz über die Sicherheit im Ernstfall.

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Häufige Fragen zum Au Pair werden (FAQ)

In den meisten Ländern ab 18 Jahren. Das Europäische Abkommen nennt als Rahmen 17 bis 30 Jahre; in den USA liegt die Obergrenze bei 26 Jahren, in Deutschland als Gastland bei 27 Jahren.

Üblich sind bis zu zwölf Monate. Das Europäische Abkommen erlaubt eine Verlängerung auf höchstens zwei Jahre, in den USA ist über das J-1-Programm eine Verlängerung möglich. In Europa werden auch kürzere Aufenthalte von wenigen Monaten angeboten.

Wenn Sie Au Pair werden, brauchen Sie als deutscher Staatsangehöriger innerhalb der EU in der Regel kein Visum. Für Länder außerhalb der EU, etwa die USA, ist ein Visum erforderlich. Klären Sie das vor Vertragsabschluss mit der Botschaft oder der Agentur.

Das ist je nach Land verschieden. In Deutschland trägt die Gastfamilie die Kosten, in den USA ist ein Basisschutz oft im Agenturpaket enthalten. Halten Sie die Regelung schriftlich im Vertrag fest.

In Europa ja, etwa über Online-Portale. Für die USA ist die Vermittlung über eine zugelassene Agentur vorgeschrieben.


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Foto von Florian Gries
Florian Gries LinkedIn

Head of Marketing · Bernhard Reise · seit 2017

Seit 2020 bin ich als digitaler Nomade unterwegs – und habe am eigenen Leib erfahren, dass selbst der beste Plan irgendwann mit der Realität kollidiert. Als Head of Marketing bei einem spezialisierten Reiseversicherungsmakler weiß ich: Die meisten Reisenden planen alles bis ins Detail – nur nicht den Ernstfall. Deshalb sollen sich meine Texte nicht nur auf klassische Reisetipps beschränken, sondern auch zeigen, wie man sich unterwegs sinnvoll absichert und Risiken richtig einschätzt.

8 Jahre VersicherungsbrancheReise & Absicherung seit 2020Digitaler Nomade